Der Fünfknopfturm – Wächter über Kaufbeuren

Hoch über der Kaufbeurer Altstadt erhebt sich der Fünfknopfturm, der als Teil der Stadtmauer, der spätgotischen St. Blasiuskirche und dem Berggarten des Crescentiaklosters das bekannte Wahrzeichen der Stadt Kaufbeuren darstellt.

Der Fünfknopfturm blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Turm wurde um 1420 erbaut und galt lange Zeit als Sitz und Aussichtspunkt der städtischen Feuerwache. Von dem beachtlichen 36 Meter hohen Turm konnte die gesamte Altstadt überblickt und die Bewohner bei Feuer durch eine große Glocke im oberen Stockwerk gewarnt werden. Neben dieser wichtigen Aufgabe war es den Turmwächtern auch möglich, das nahe gelegene Umland zu beobachten und bei herannahenden feindlichen Truppen frühzeitig Alarm zu schlagen.

Der Fünfknopfturm hat seinen Namen wohl von den fünf metallenen Kugeln beziehungsweise „Knöpfen“, welche jeweils auf den Dächern der vier Scharwachttürmchen sowie auf der mittleren großen Hauptspitze angebracht sind. Eine weitere Besonderheit des Turmes ist das im Jahre 1917 angebrachte Schild an der Ostfassade. Als Kriegswahrzeichen zeigt das Schild einen Adler, der seine Fänge auf die Wappen der im Ersten Weltkrieg verbündeten Mittelmächte Türkei, Bulgarien, Deutsches Reich und Österreich-Ungarn ausbreitet. Die eingeschlagenen Nägel stehen dabei sinnbildlich für die im Krieg gefallenen Kaufbeurer Söhne. Diese herausragende Bauweise sowie sein Standort hoch über der Stadt auf der sogenannten „Buchleuthe“ verleihen dem Fünfknopfturm sein mächtiges Aussehen und zeigte schon damals allen Reisenden von weitem, dass es sich beim Kaufbeuren des 15. Jahrhunderts um eine wohlhabende Reichsstadt handelte, die bis heute nichts an ihrem Charme verloren hat. Im fünften Stock des Fünfknopfturmes befindet sich weiter die Türmerstube, die lange Zeit als Wohnung des Kaufbeurer Türmers und seiner Familie diente. Der letzte aktive Türmer, Herrmann Höntze, wurde erst im Jahr 1920 außer Dienst gestellt. Auch danach war die Wohnung in den ersten beiden obersten Geschossen vermietet. Die letzte Bewohnerin des Turms, Jenny Kunstmann, verließ den Turm schließlich 2014. Nach umfangreichen Arbeiten, viel ehrenamtlichem Engagement und zahlreichen Spenden konnte der Fünfknopfturm im September 2017 schließlich der Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht werden. Ab Mai 2018 kann nun auch das Türmerzimmer für Hochzeiten des Standesamtes Kaufbeuren gebucht und nach Wunsch entsprechend festlich gestaltet werden.

Link zu Turmführungen:

http://www.kaufbeuren-tourismus.de/fuehrungen/fuenfknopfturmfuehrungen.html